Tessa Maria Sprenger Müller-Thurgau Haidegrün 2024
Der Müller-Thurgau Haidegrün stammt von den ältesten Rebstöcken des Weinguts, gepflanzt 1955. Der kalkhaltige Tonboden und die Nord-West-Ausrichtung des Dreispitz – so heißt das Flurstück in Rauenberg südlich von Heidelberg – bieten optimale Voraussetzungen für einen der spannendsten Müller-Thurgaus Deutschlands. Die Trauben wurden bereits Ende August geerntet, leicht angestampft und etwa 16 Stunden auf der Maische belassen, bevor der Saft in einer alten Korbkelter gepresst wurde. Anschließend durfte der Most oxidieren und wanderte direkt in gebrauchte Tonneaux der Tonnelerie Damy, wo der Wein bis Juli 2025 reifte und schließlich abgefüllt wurde. Der Name „Haidegrün“ ist eine Hommage an die nahegelegene Haidelandschaft und die Verpächterin Heide – verbunden mit dem frischen Müller-Thurgau-Grün.
In der Nase zeigt sich der Haidegrün charakterstark, frisch und lebendig, mit Aromen von grünem Apfel, unreifem Pfirsich und Zitrusfrüchten, dazu floralen Anklängen von Gras, Wiese und feinen Kräutern. Würzige, muskatartige und nussige Noten ergänzen das Bild. Am Gaumen präsentiert er sich leicht bis mittelgewichtig, getragen von einer spritzigen, lebendigen Säure. Die klare Frucht von Zitrus und Steinobst bleibt präsent, unterstützt von einem feinen mineralischen Unterton und einer dezenten Phenolik, die an weißen Tee erinnert. Der Nachhall ist sauber, frisch und präzise, ohne unnötiges Gewicht – und lädt unmittelbar zum nächsten Schluck ein.
Mit 10 % Alkohol ist der Haidegrün ein zugänglicher, feingliedriger Müller-Thurgau, der die Charakteristik der Rebsorte und das Terroir des Kraichgaus auf neue, eigenständige Weise interpretiert.
Sebastian Fehlinger vom vinocentral-Team, Dezember 2025