Eigentlich ist es im Weinbau nicht viel anders als in anderen landwirtschaftlichen Bereichen. Die Zahl der Betriebe ist rückläufig und die Branche konzentriert sich auf immer weniger, dafür immer größere Güter. Echte Start-ups sind da eher die Ausnahme und wer sich in dieses Abenteuer stürzt, der muss entweder etwas verrückt sein oder genau wissen, was er tut. Bei Seckingers ist vielleicht beides der Fall. Denn hier setzt man zudem noch auf sogenannte Naturweine, Weine also, bei denen bewusst auf alle kellertechnischen Segnungen verzichtet wird, die es den konventionellen Kontrahenten heute vergleichsweise einfach machen, einen konsumentenfreundlichen Tropfen in die Flasche zu zaubern. Und die Vorlieben des/der durchschnittlichen deutschen Weinkonsument*in sind relativ überschaubar: gefällig im Geschmack und möglichst „preiswert“, um nicht zu sagen „billig“. Beides kann Naturwein nicht. Aber anscheinend haben Seckingers am Ende doch irgendwie alles richtig gemacht. Anders ist ihr Senkrechtstart nicht zu erklären, der das Weingut gerade mal fünf Jahre nach der Gründung mit einem Schlag in die 3-Trauben-Klasse des Weinführers Gault-Millau katapultierte.