Im Weinberg wird streng nach den Regeln Rudolf Steiners gearbeitet. Im Laufe der Jahre ist Nicolas Joly immer tiefer in Theorie und Praxis des österreichischen Anthroposophen eingetaucht und hat selbst 20 ergänzende Präparate zur Unterstützung der Rebstöcke entwickelt. Sein Buch „Beseelter Weinbau“ [französisch: Le vin – du ciel à la terre“] gilt als Standardwerk für die biodynamische Arbeit mit den Reben. Auf der Suche nach dem wahren Weingeschmack verzichtet der Franzose auf nahezu alles, nur nicht auf Schwefel. Aber auch der ist nicht industriell gewonnen, sondern wird aus Schwefelkristallen von den Kanaren in einer eigens konzipierten Maschine zu Gas umgewandelt, das direkt in den Wein geleitet wird. Alle Trauben werden erst im vollreifen Zustand geerntet. Joly ist der Auffassung, dass der Chenin Blanc seinen Charakter erst dann voll zum Ausdruck bringt, wenn etwas Edelfäule [Botrytis] im Spiel ist.
Heute leitet Nicolas Joly das Weingut gemeinsam mit seiner Tochter Virginie, die das Werk des Vaters konsequent weiterführt. Das mag nicht jedem schmecken, sicher ist jedoch, dass die Joly-Kreationen zum Spannendsten gehören, was die Weinwelt aktuell zu bieten hat.