Korsischer Wein ist selbst in Frankreich wenig bekannt – nur Spezialist*innen kennen die acht AOC der malerischen Insel. Dabei reicht der Weinbau hier bis ins 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurück, und obwohl Korsika seit dem späten 18. Jahrhundert zu Frankreich gehört, ist seine Weinkultur bis heute eher italienisch geprägt. Das zeigen die einheimischen Rebsorten: der kräftige Nielluccio (verwandt mit Sangiovese), der pfeffrige Sciacarello und die weiße Vermentino. Sie wachsen auf Granit im Westen und Süden sowie auf Kalkstein rund um Patrimonio, der ersten Appellation der Insel (1968). Unter mediterraner Sonne und dem Duft der Macchia entstehen würzige Rote, frische Weiße und viel Rosé – und eine junge Generation entdeckt mit Bioanbau und alten Sorten das Terroir neu.