Barbera und Grignolino, aber auch Anarchico und Bastardo! – Das Weingut Silvio Morando verbindet in seinen Weinen, was die Geschichte seiner Heimat, des nördlichen Monferrato Casalese, sowie der eigenen Familie ausmacht: Stolze Tradition und Widerstand.
Herrschaftlich thront das Dorf Vignale Monferrato auf dem Hügel. Ein riesiger Palazzo, eine mächtige Kirche, hohe Mauern, umgeben von gepflegten Weinbergen, eine typisch italienische Bar an der Piazza. Auf den ersten Blick wirkt alles so, wie man sich das Piemont vorstellt. Doch der Eindruck täuscht: der Palast, mit EU-Geldern aufwendig saniert, steht seit Jahren leer, immer mehr Rebanlagen weichen dem Haselnussanbau, mit dem sich wesentlich schneller und leichter Geld verdienen lässt.
Nur noch 960 Einwohner*innen zählt Vignale Monferrato heute. Aber die, die noch da sind, geben nicht auf, im Gegenteil – mit viel Eigensinn, Liebe und Sorgfalt halten sie an dem fest, was diese Gegend seit Jahrhunderten ausmacht: Kultur und Kulinarik, guter, authentischer Wein und hervorragendes Essen, verbunden mit einem kommunikativen Dorfleben. Einer von ihnen ist der Winzer Silvio Morando.