Bei den beiden anderen Linien seiner Weine geht’s mitunter ein bisschen rauer und ungestümer zur Sache. Doch auch die „Vins de soif“, zu Deutsch „Weine für den Durst“ oder auch „Saufweine“, oder auch die Linie „OVNI“ (dt. UFO) bereiten vor allem Trinkvergnügen, wenn auch manchmal mit leicht animalischen Noten, Ecken und Kanten. Hier tobt sich Jouves aus, beziehungsweise lässt den Wein sich austoben, was eigenwillige Namen wie „You fuck my wine?!“ zum Ausdruck bringen. In Sachen Schwefel – dem ganz großen Streitpunkt beim Naturwein – zählt er übrigens nicht zu den radikalen Null-SO2-Verfechtern. Einen völlig schwefelfreien Wein gibt es ohnehin nicht, weil Schwefel bei der alkoholischen Gärung auf natürliche Weise entsteht. Laut EU-Verordnung darf bis zu einem Gesamtschwefelgehalt von unter 10 mg/l jedoch sogar von „schwefelfrei“ gesprochen werden – erlaubt ist bei trockenen Weinen ein Gesamtgehalt von bis zu 250 mg/l. Bei Jouves liegt der Gehalt stets unter 30 mg/l. Und ein sensibler Schwefelzusatz gibt den Weinen Stabilität, damit sie gerade auch beim „Walk on the wild side“ eben nicht völlig neben der Spur laufen. Spannend! Unbedingt probieren