Bedenkt man das mediterrane Klima, zeichnen sich Flo Buschs Gewächse durch eine überraschende Unbeschwertheit aus. „Ich komme nun mal von der Mosel und mag keine megafetten Alkoholbomben. Ich will Frische im Wein“, sagt er. Das besondere Terroir der Terrasses du Larzac kommt ihm da entgegen: Die überwiegend mageren und durchlässigen Kalkschotterböden in seinen Weinbergen bringen schon per se charmantere Weine hervor. Hinzu kommt die kühle Luft von den Höhen des Larzac-Plateaus. Der entscheidendste Faktor ist jedoch der ideale Lesezeitpunkt, möglichst auf den Tag genau. „Das ist wichtig, damit die Weine nicht zu alkoholisch werden und eine gute Säure mitbringen.“
Diese niedrigen pH-Werte sorgen auch dafür, dass die Weine von Natur aus stabiler sind und weniger Schwefel benötigen. „Je weniger Schwefel, desto früher sind die Weine zugänglich. Meine Roten aus 2020 waren zum Beispiel Ende 2022 schon sehr trinkig und bleiben trotzdem lange stabil, also mindestens für zehn Jahre, würde ich sagen. Wozu man Rotweine macht, die dank höherer Schwefeldosen vielleicht 30 Jahre im Keller liegen können, dafür aber erst nach fünf oder mehr Jahren überhaupt trinkbar werden, verstehe ich nicht“, so Flo Busch. Auch verzichtet er darauf, die Weine zu schönen und filtrierte zuletzt nur noch seinen Rosé. „Ich werde daher oft in die Naturweinecke gesteckt, was ja auch nicht ganz falsch ist.“