Das heutige Georgien ist von der Fläche her nur so groß wie Bayern, dennoch gibt es drei verschiedene Klimazonen: subtropisch-feucht, subkontinental-trocken und alpin. Der Weinbau erstreckt sich nahezu über das gesamte Land. Die vier wichtigsten Anbaugebiete sind Ratscha-Leschchumi im Nordwesten, Imeretien im westlichen Zentral-Georgien, Kartlien, rund um die Hauptstadt Tiflis, sowie Kachetien im Osten.
Letztere ist die größte und bekannteste Weinregion des Landes. 77 Prozent der georgischen Weine werden in Kachetien produziert. Die Rebflächen liegen vor der imposanten Kulisse des Großen Kaukasus. Die drei- bis viertausend Meter hohe Gebirgskette schützt die Reben vor kalten Nordwinden und sorgt für ein mildes, ausgeglichenes Klima.
Die zimtfarbenen Böden rund um den Fluss Alazani bestehen aus sandigem, kalkhaltigem Lehm und sind reich an Eisen. Das trockene Klima lässt organisches Material im Oberboden schnell verwittern. Deshalb müssen die Reben tief wurzeln, was der Qualität der Weine zugutekommt.
Der Rebsortenschatz ist riesig: Von den 525 autochthone Rebsorten werden aktuell 45 in größerem Stil angebaut. Doch es sollen noch mehr werden: Weingüter, die sich historischen Rebsorten zuwenden, werden besonders gefördert. Außerhalb Georgiens klingen viele der Namen exotisch. Die Bekanntesten sind die weißen Rkatsiteli [sprich: Kazitelli] und Kakhuri Mtsvane [sprich: Kachuri Mizwane] sowie die rote Saperavi. Aber auch die weiße Kisi-Rebe ist wieder auf dem Vormarsch. Ihre Beliebtheit verdankt sie ihrer Fülle an Aromen – der vergleichsweise leichte Name tut sein Übriges.
Film: UNESCO | Alle Fotos, Grafik und Karte (c) Weine aus Georgien
Außer Foto Brotofen: vinocentral