Wo ein Gestein aus der Zeit vor den Dinosauriern den Riesling färbt
Zwischen Nierstein und Nackenheim ragt der Rote Hang auf, eine gut fünf Kilometer lange Steilwand aus Gestein, das vor rund 280 Millionen Jahren entstand – lange bevor es überhaupt Dinosaurier gab. Seine kräftige Farbe verdankt er Hämatit, einem Eisenoxid, das die Gesteinskörner wie ein feiner Film überzieht und tagsüber Sonnenwärme speichert, um sie nachts an die Reben abzugeben. Auf diesem einzigartigen Untergrund entstehen einige der berühmtesten Rieslinge Deutschlands, würzig und mineralisch, wie sie sonst nirgendwo wachsen. Rheinhessen selbst ist mit rund 27.700 Hektar das größte deutsche Weinbaugebiet und reicht vom Roten Hang am Rhein bis zu den Kalksteinlagen des südlicheren Wonnegau – zwei Böden, zwei völlig unterschiedliche Rieslingstile auf engstem Raum.