Heute verfügen die Brüder Chiquet vor allem im Vallée de la Marne, aber auch noch in der südlich angrenzenden Côte des Blancs über rund 29 Hektar eigener Rebflächen und sieben weiterer in Pacht – ausschließlich Grand- und Premier-Cru-Lagen in den Gemeinden Hautvillers, Dizy, Aÿ, Mareuil-sur-Aÿ und Oiry sowie in Avize.
Nachdem sie zunächst die Herbizide aus ihren Rebflächen verbannt hatten, wird mittlerweile generell weitgehend biologisch gewirtschaftet. Im Keller haben die Brüder auf traditionelle Methoden umgestellt. Im Zentrum stehen hierbei die spontane Fermentation und der Ausbau der Grundweine im großen Holzfass anstelle der weithin üblichen Edelstahltanks. Davon versprechen sich die Chiquets mehr Komplexität und aromatische Finesse, aber auch nicht den dominanten Einfluss kleiner Barriques. Sämtliche Parzellen werden seit den 1990er-Jahren separat ausgebaut und Jahrgangschampagner – einer strikten Idee von Terroir folgend – nur aus drei Einzellagen produziert. Außergewöhnlich ist bereits die Basis-Cuvée der sogenannten 700er-Serie, die ganz bewusst von Jahr zu Jahr geschmacklich variiert – einer der besten Nonvintage-Champagner überhaupt.
Eine besondere Spezialität bei Jacquesson sind die oft erst Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung degorgierten Champagner unter der Bezeichnung „Dégorgement Tardif“, die durch die verlängerte Reife eine noch faszinierendere Komplexität entwickeln.