Alles begann mit der Übernahme aufgegebener Kleinstparzellen in der Gemeinde Alcobaça, wo das älteste Kloster des Landes von den Zisterzienser-Mönchen zeugt, die den Weinbau in Portugal einst maßgeblich geprägt hatten. An dieses historische Erbe wollte Rodrigo anknüpfen. Hier sollten Weine entstehen, wie sie einmal geschmeckt haben müssen, bevor die Technisierung und die Gesetze des Marktes in der Weinkultur die Regie übernahmen. Weine aus alten, autochthonen Rebsorten, die möglichst ohne moderne Agrarchemie und vor allem ohne den önologischen Zauberkasten im Keller aus weitestgehend eigener Kraft zu sich selbst finden. Rodrigo hatte erkannt, dass gute, authentische Tropfen, wie sie ihm vorschwebten, einfach Zeit brauchen. Ein Faktor, der auch in der Weinwelt heute längst der Kosten-Nutzen-Rechnung geopfert wurde. Der Markt kennt keine Geduld. So kam Rodrigo Martins gemeinsam mit seiner Frau, die sich heute um Marketing und Vertrieb des Projekts kümmert, auf den Namen „Espera“ – auf Deutsch: „das Warten“.