Nicolas Joly Les Vieux Clos Savennières Bio 2023

Nicolas Joly Les Vieux Clos Savennières Bio 2023

€55,00 EUR
Inhalt: 0,75 l (€73,33 EUR / 1 Liter)
Zu Produktinformationen springen
Nicolas Joly Les Vieux Clos Savennières Bio 2023

Nicolas Joly Les Vieux Clos Savennières Bio 2023

€55,00 EUR
Inhalt: 0,75 l (€73,33 EUR / 1 Liter)
nur auf Vorbestellung im Laden verfügbar
Region:
Loire
Jahrgang:
2023
Gebindegröße:
Weinflasche 0,75 l
Boden:
Quarz, Sand, Schiefer
Hinweis:
vegan
Alkoholgehalt:
13,0 % vol
Herkunft:
Frankreich
Rebsorten:
Chenin Blanc
Allergene:
Enthält Sulfite
Ausbau:
Spontangärung, in gebr. 500 L. Fass
Bio:
FR-BIO-09, Wein Bio Zertifiziert
Artikel-Nr.:
8735091

Verkostungsnotiz des Jahrgangs 2019:

Die eigenwilligen Gewächse von Altmeister und Biodynamie-Papst Joly sind ja eigentlich berühmt-berüchtigt dafür, sich erst mit vielen Stunden Luftkontakt der Trinkbarkeit zu nähern. Manche Jahrgänge ohnehin auch erst nach etlichen Jahren der Flaschenreife. Insofern hat uns sehr überrascht, wie zugänglich sich der 2019er bereits frisch geöffnet präsentierte. Zunächst dachten wir, dass es womöglich ein mäßigender Einfluss von Tochter Virginie sein könnte, die im Weingut zunehmend das Ruder übernimmt. Am Ende ist es aber wohl einfach dem Jahrgang geschuldet. Gerade für den Chenin Blanc an der Loire war 2019 ein außergewöhnlich gutes Jahr. Nichtsdestotrotz ist der Wein alles andere als handzahm. Es lohnt sich daher, ihn vor dem Genuss zu karaffieren – gerne auch über 24 Stunden – und dann seine weitere Entwicklung über Stunden oder auch Tage zu verfolgen. Das Thema Oxidation spielt hier jedenfalls auf fast schon magische Weise ganz und gar keine Rolle.  

Durchschnittlich 30 Jahre alte Chenin-Blanc-Reben gedeihen in der von „alten Mauern“ (daher der Name) umfassten Parzelle auf dem gebietstypischen, mit Quarzit und Sand durchsetzten Schiefer. Wie immer bei Familie Joly wurden die Trauben in mehreren Durchgängen möglichst spät – also eigentlich überreif – von Hand gelesen, wobei der edelfaule Anteil in diesem Jahrgang mit weniger als 5 % gering ausfiel. Spontangärung in Holzfässern und Edelstahltanks – ohne önologische Eingriffe oder Zusätze. Acht Monate auf der Vollhefe in gebrauchten großen Holzfässern. Nach dem Abstich ganz leicht filtriert und schließlich zur Füllung geschwefelt.

In Worte fassen lässt sich dieses Geschmackserlebnis nur schwer. Da sind nussige, rauchige und durchaus auch traubig-fruchtige Aromen, die sich über Stunden mehr in Richtung Birnenbrand, Dörrobst, getrockneter Kräuter und tiefgründiger erdiger Mineralität entwickeln.
Am Gaumen dicht, fast viskos, phenolisch-würzig und pikant. Kraftvoll und zugleich leichtfüßig (bei 15 Vol.-%!), wobei das Ganze kurioserweise mit mehr Luft auch immer mehr Frische an den Tag legt. Ein Sumo-Ringer, der auf Spitzenschühchen am Gaumen Pirouetten dreht – und mit jedem Atemzug agiler wird …

Die überaus progressiven Weine der Domaine Nicholas Joly sind in ihrer kompromisslosen Andersartigkeit so legendär wie umstritten. Niemand arbeitet bei trockenen Weinen mit so reifem Lesegut und sogar Botrytis. Auch fällt uns kaum jemand ein, der dem Jahrgang in so konsequenter Weise Tribut zollt und in schwierigen Jahren auch einfach schwierige Weine füllt. Überhaupt verfolgen nur sehr wenige Winzer*innen eine so radikale Idee von Wein und Terroir, die in keiner Weise den vermeintlichen Erwartungen der Konsument*innen entgegenkommt. Diese Idee verhält sich zum Gros der Weinwelt wie Wittgenstein zu Bergdoktor-Schmonzetten. Doch alle, die Wein nicht nur als süffiges Genussmittel, sondern als Ausdruck einer ernst zu nehmenden Kultur betrachten, sollten sich zumindest mal damit auseinandergesetzt haben. Und da bietet sich gerade der 2019er „Les Vieux Clos“ an – sowohl hinsichtlich des Preises als auch der Zugänglichkeit.

Yook & Neser vom vinocentral-Team, Juli 2023

<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/NznCMlbRDMk" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>

Wer bei der Loire zuerst an Schlösser denkt, übersieht, dass an Frankreichs längstem Fluss eine Weinvielfalt entsteht, die weltweit ihresgleichen sucht. Der nicht begradigte Strom und die sanfte Hügellandschaft geben sich nur optisch gleichförmig: Im Untergrund verbergen sich geologische Formationen, die abwechslungsreicher kaum sein könnten. Der Terroir-Gedanke spielt hier eine besondere Rolle – zahlreiche Lagen gehörten zu den ersten, die 1936 den AOC-Status erhielten. Dass spannende Weine entstehen, wussten schon die Römer; ihnen folgten im Mittelalter Ordensbrüder und Könige, denen der Wein vor der Schlosstür nie ausging.

Nicolas Joly

Nicolas Joly

Winzerlegende Nicolas Joly gilt als Papst des biodynamischen Weinbaus und ist sicherlich einer seiner kompromisslosesten Vertreter. Sein Buch „Beseelter Weinbau“ gilt als Standardwerk für die biodynamische Arbeit mit den Reben und die Joly-Kreationen gehören zum Spannendsten, was die Weinwelt aktuell zu bieten hat......
Mehr über Nicolas Joly

Nicolas Joly

Ähnliche Produkte