Domaine Ratte Arbois Naturé Bio 2022

Domaine Ratte Arbois Naturé Bio 2022

€41,90 EUR
Inhalt: 0,75 l (€55,87 EUR / 1 Liter)
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Domaine Ratte Arbois Naturé Bio 2022

Domaine Ratte Arbois Naturé Bio 2022

€41,90 EUR
Inhalt: 0,75 l (€55,87 EUR / 1 Liter)
nur auf Vorbestellung im Laden verfügbar
Region:
Jura
Jahrgang:
2022
Gebindegröße:
Weinflasche 0,75 l
Boden:
blauer und grauber Mergel
Hinweis:
Ungewohntes Geschmacksbild, vegan
Alkoholgehalt:
13,5 % vol
Herkunft:
Frankreich
Rebsorten:
Savagnin
Allergene:
Enthält Sulfite
Bio:
FR-BIO-01, Wein Bio Zertifiziert
Artikel-Nr.:
8320000

Hinter dem Namen Naturé verbirgt sich kein Naturwein im engeren Sinn, wie man annehmen könnte. Vielmehr handelt es sich bei dem Begriff Naturé um ein altes Synonym für die im Jura typische Rebsorte Savagnin, die übrigens mit dem Weißen Traminer identisch ist, der früher beispielsweise auch in Deutschland und Österreich sehr präsent war. Die eher ertragsschwache und nicht ganz pflegeleichte Sorte ist heute weitgehend verschwunden und spielt fast nur noch im Jura eine nennenswerte Rolle – nach dem Chardonnay dort sogar die zweitwichtigste unter den weißen Rebsorten. Sie bringt im Allgemeinen recht alkoholstarke, kraftvolle Weine hervor, die durchaus an den verwandten Gewürztraminer erinnern, aromatisch allerdings etwas weniger vordergründig sind.

Die Trauben für diesen Wein von der Domaine Ratte stammen von sehr kalkhaltigen blauen und grauen Mergelböden in der Jura-Gemeinde Arbois. Die Trauben wurden von Familie Ratte mit hoher Reife selektiv von Hand gelesen, anschließend sehr schonend gepresst und spontanvergoren. Ausbau im großen Holzfass. Keine Schönung oder Filtration und lediglich zur Füllung geschwefelt.
Die Bezeichnung ouillé – zu Deutsch aufgefüllt – bezieht sich auf den Ausbaustil, der hier im Gegensatz zum sehr juratypischen oxidativen Ausbau steht. Dazu muss man wissen, dass es beim Ausbau im Holzfass durch Verdunstung zu einem gewissen Schwund im Fass kommt. Wird dieser nicht regelmäßig aufgefüllt, sorgt die Luft im Fass für eine beschleunigte Oxidation des Weins. Bei den Ouillé-Weinen wird dies verhindert und man spricht im Jura dann auch gerne von einem „fruchtig-frischen“ Wein. Mit der deutschen Weinkultur im Hinterkopf ist diese Ausdrucksweise jedoch mit großer Vorsicht zu genießen, den wirklich fruchtig sind auch diese Weine im Jura eigentlich nie, nur eben weniger oxidativ.

Im kraftvollen und dunkelwürzigen Bukett finden wir hier leicht rauchige Noten von reifer gelber Birne und Birnenbrand, dazu weiße Blüten, etwas Bienenwachs und viel steinig-kalkige Würze. Im Mund ist der Naturé Ouillé von Domaine Ratte mit seinen 13,5 Vol.-% Alkohol auch alles andere als ein Leichtgewicht: Dicht strukturiert und kraftvoll fließt er über den Gaumen und breitet sich im Rachen mit nussiger Würze mächtig aus. Doch werden die Muskelspiele hier auch von frischen Aspekten austariert, die dem Wein seinen besonderen Reiz verleihen: Im Nachhall zeigen sich Aromen von Cedro-Zitrone – inklusive deren typischer Bitternote, salzige Mineralität und eine sehr harmonische und reife Säure.

Ein eindrucksvoller und sehr eigenständiger Wein, den man zu Tisch am besten auf fetten Räucherfisch, ein würziges indisches Korma oder auch getrüffeltes Perlhuhn loslässt. Und natürlich macht man hier auch mit einem reifen Comté nichts falsch. Da entwickelt der mächtige Wonneproppen wohlige Heimatgefühle.  

Yook & Neser vom vinocentral-Team, März 2024

Der Jura – eine schmale, bewaldete Region östlich von Burgund nahe der Schweizer Grenze – zählt zu den spannendsten Weinlandschaften Europas. Seine abgeschiedene Lage bewahrte ihm eine bemerkenswerte Eigenständigkeit. Um 1850 noch ein Schwergewicht mit 20.000 Hektar, schrumpfte die Rebfläche nach der Reblausplage auf heute rund 2.000 Hektar. Statt Moden hielt man an handwerklichen Methoden fest, die heute als Vorbild des naturnahen Weinbaus gelten; rund die Hälfte der Güter ist biozertifiziert. Typisch sind zwei Ausbaustile: oxidativ – etwa der legendäre Vin Jaune – und der frischere Ouillé. Zentrum ist Arbois, wo Frankreichs Herkunftsbezeichnungen ihren Anfang nahmen.

Domaine Ratte

Domaine Ratte

Erst 2015 wagte die Familie Ratte den Schritt, ihre Weine selbst auszubauen und unter eigenem Namen abzufüllen. Im Zuge des regelrechten Jura-Hypes rund um den Globus konnte sich die Domaine Ratte so binnen Kürze einen internationalen Ruf erarbeiten. Längst sind daher auch ihre Weine weltweit begehrte Mangelware....
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