Burgunds berühmte Dörfer
Côte d'Or entdecken
Hast du ein Konto? Logge dich ein, damit es beim Checkout schneller geht.
Côte d'Or entdecken
Im November geht es ins Herz des Burgunds: an die Côte d'Or, den „Goldenen Hang“. Der Name ist Programm – im doppelten Sinn. Zum einen meint er den schmalen Streifen aus Kalk und Mergel, der sich über rund 50 Kilometer von Dijon nach Süden zieht, mit Beaune als Herzstück – und an dem die Reben im Herbst tatsächlich goldgelb aufleuchten. Zum anderen das, was in den dortigen Kellern heranreift: einige der begehrtesten Weine der Welt. Als Herkunft für Pinot Noir und Chardonnay gilt die Côte d'Or international als Referenz schlechthin.
Der Schlüssel zu dieser Ausnahmestellung steckt im Untergrund: uralter Jurakalk, je nach Lage überdeckt von Mergel, Ton, Geröll und Schwemmsedimenten, verwittert zu Böden ganz unterschiedlichen Alters und Charakters. Zusammen mit dem jeweiligen Kleinklima sorgt dieses feinteilige Mosaik dafür, dass hier von Parzelle zu Parzelle – den berühmten climats, heute UNESCO-Welterbe – ganz eigenständige Weine entstehen. Quer durch die Region führt die älteste Weinstraße Frankreichs – die Rue des Grands Crus –, an der sich ein klangvoller Name an den nächsten reiht.
Genau diese Handschrift der einzelnen Dörfer nehmen wir unter die Lupe: drei Chardonnay und drei Pinot Noir im direkten Vergleich.
Angebot gültig bis 30.11.2026 - solange der Vorrat reicht.
Aus den Parzellen „En Seuvrey“ und „Clos Solon“: Dunkle Herzkirsche, Preiselbeere und ein Hauch Veilchen, dazu die für Morey typischen erdigen Noten und etwas Graphit. Am Gaumen fein balanciert mit noblen, feinkörnigen Tanninen, im Jahrgang 2023 zudem besonders saftig.
Der Nuits-Saint-Georges „Les Terrasses des Vallerots“ 2023 bildet quasi das Herzstück der Domaine Bertrand et Axelle Machard de Gramont. Der Wein stammt aus der hochgelegenen Lage „Les Vallerots“ oberhalb von Nuits-Saint-Georges, direkt unterhalb des Waldes. Nach der Reblauskrise geriet dieser rund vier Hektar große Weinberg lange in Vergessenheit und verwilderte vollständig. Erst Mitte der 1980er-Jahre begann Axelles Vater Bertrand damit, dieses außergewöhnliche Stück Land wieder zugänglich zu machen: Parzellen wurden freigelegt, neu bepflanzt und vor allem aufwendig terrassiert. Die Terrassierung ist hier entscheidend: Die steile Hanglage machte sie notwendig, um Erosion zu verhindern, den Wasserabfluss zu kontrollieren und überhaupt eine Bewirtschaftung – teilweise sogar mit Maschinen – zu ermöglichen. Die Böden sind vergleichsweise leicht, durchzogen von zahlreichen Kieselsteinen, was zu einer guten Drainage und einer feinen, kühlen Stilistik beiträgt. Die Cuvée „Les Terrasses des Vallerots“ stammt aus den jüngeren Reben innerhalb dieser Lage und zeigt eine etwas offenere, zugänglichere Interpretation dieses besonderen Terroirs im Vergleich zu den älteren Pflanzungen.
Wie alle Pinot Noirs der Domaine werden die Trauben auch für diesen Wein vollständig entrappt und mit großer Sorgfalt vinifiziert. Der Ausbau erfolgt überwiegend in gebrauchten Holzfässern, sodass Frucht, Finesse und die Herkunft klar im Vordergrund stehen.
Im Glas zeigt sich ein helles Rubinrot mit leicht violetten Reflexen. Die Nase ist intensiv und zugleich elegant, geprägt von dunkleren Fruchtaromen als beim Bourgogne: Schwarzkirsche, rote und schwarze Johannisbeeren sowie Himbeeren verbinden sich mit feinen Anklängen von süßen Gewürzen und Unterholz. Am Gaumen wirkt der Wein saftig und dicht, dabei jedoch stets präzise und ausbalanciert. Eine lebendige Frische trägt die vielschichtige Frucht, während fein gewobene Tannine eine samtige Struktur geben, ohne je hart zu wirken. Der Abgang ist lang, leicht mineralisch und von großer Klarheit geprägt.
Ein charaktervoller, tiefgründiger Nuits-Saint-Georges, der die besondere Höhenlage und das kühle Mikroklima von Les Vallerots eindrucksvoll widerspiegelt.
Sebastian Fehlinger vom vinocentral-Team, Mai 2026
Mit dem Jahrgang 2023 präsentiert Pauline Genot – die Frau von Morgan Truchetet – einen besonders feinen Pinot Noir aus der kühlen Einzellage „Le Plain de Lugny“ bei Auxey-Duresses, genauer gesagt aus dem Weiler Melin. Die biologisch bewirtschafteten Reben wachsen auf kalk- und mergelhaltigen Böden, die dem Wein eine klare Struktur und Tiefe verleihen.
Die Trauben wurden selektiv von Hand gelesen und im Weingut nochmals streng sortiert – komplett entrappt und einige Tage kalt mazeriert. Auf eine Pigeage wurde bewusst verzichtet, stattdessen setzte man auf sanftes Überpumpen zur gezielten Extraktion. Der Ausbau erfolgte für rund ein Jahr im Barrique, mit moderatem Neuholzanteil (20 Prozent), bevor der Wein bis zur Füllung im Edelstahltank ruhen durfte.
Im Glas zeigt sich der Le Plain de Lugny 2023 in tiefem Rubinrot mit einem komplexen, fein verwobenen Duftbild: dunkle Kirsche, ein Hauch Mon-Chéri, Waldbeeren, erdige Noten, Baumrinde und eine zarte pflanzliche Frische. Am Gaumen lebendig und saftig, mit eleganter Säure, feinkörnigem Tannin und einer klaren, ungekünstelten Frucht, die sich stilvoll entfaltet – ohne jede Schwere oder Opulenz.
Ein klassischer, zugleich moderner Burgunder mit feiner Struktur, der hervorragend zu traditionellen Gerichten wie Œufs en Meurette, Boeuf Bourguignon, Ente oder kräftigem Käse wie Époisses oder gereiftem Comté passt.
Sebastian Fehlinger vom vinocentral-Team, Mai 2025
Der Clos des Godeaux der Domaine d’Ardhuy ist ein charakterstarker Burgunder, der Herkunft, Handwerk und Eleganz auf höchstem Niveau vereint. Das traditionsreiche Weingut, gegründet 1947, bewirtschaftet heute über 40 Hektar in rund 200 Parzellen im Herzen des Burgunds und arbeitet konsequent biodynamisch – ein Qualitätsanspruch, der sich in jedem Glas widerspiegelt.
Der Lieu-dit Clos des Godeaux befindet sich an einem nach Süden ausgerichteten Hang zwischen Savigny-lès-Beaune und Pernand-Vergelesses, auf etwa 300 Metern Höhe, direkt unterhalb des Waldes. Kalkmergelböden, optimale Sonneneinstrahlung und kühle Winde schaffen ideale Bedingungen für perfekt ausgereifte, gesunde Trauben. Die alkoholische sowie die malolaktische Gärung finden klassisch im französischen Pièce statt, in dem der Wein etwa ein Jahr auf der Feinhefe reifen darf.
Im Glas zeigt sich dieser Chardonnay aus dem Jahr 2023 in einem strahlenden Goldgelb mit leicht grünlichen Reflexen. In der Nase präsentiert er sich dicht und komplex, mit würzigen Noten, einem Hauch von Rauch und nur dezenter Primärfrucht. Am Gaumen überzeugt er mit beeindruckender Fülle, Eleganz und Harmonie. Saftigkeit und Kraft gehen Hand in Hand mit einer feinen, subtilen Säure und einer ausgeprägten mineralischen Struktur. Der Nachhall ist lang, vielschichtig und äußerst spannend. Der leicht vom Holz geprägte Burgunder ist ein exzellenter Speisebegleiter und harmoniert besonders gut mit dezent scharfen Currygerichten oder auch mit einer herzhaften Pilz-Comté-Quiche.
Sebastian Fehlinger vom vinocentral-Team, April 2026
<iframe width="560" height="315" src="https://www.youtube.com/embed/hca-Lj4A7fA" title="YouTube video player" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture" allowfullscreen></iframe>
Für den Vieilles Vignes 2021 verwendet Vincent Girardin Chardonnay-Trauben von alten Reben aus verschiedenen Lagen rund um Saint-Romain, im Durchschnitt etwa 80 Jahre alt. Die kalk- und tonhaltigen Böden prägen den mineralischen Charakter. Der Ausbau erfolgt 13 Monate lang auf der Feinhefe in französischen 500-Liter-Eichenfässern und sorgt für Schmelz und eine feine, zurückhaltende Würze.
Schon das intensive Strohgelb im Glas zeigt, dass es sich hier nicht um ein Leichtgewicht handelt. In der Nase treffen reife Birne und Mirabelle auf feine buttrige Noten, helles Karamell und einen Hauch Popcorn – ein einladendes, fast opulentes Bukett, das am Gaumen eine überraschend frische Wendung nimmt.
Hier zeigt der Wein seine ganze Klasse: eine prägnante, animierende Säure, klare Konturen und eine ausgeprägte Mineralität, begleitet von feinen Noten grünen Apfels und einem kühlen, fast stählernen Finish. Ein Burgunder für alle, die reife Frucht und cremige Anklänge lieben, im Glas aber auch Frische, Spannung und eine unverwechselbare Herkunft suchen. Besonders schön zu gegrilltem Fisch, geräucherter Forelle, Krustentieren oder kräftigem Weichkäse.
Sebastian Fehlinger vom vinocentral-Team, Oktober 2026
Puligny-Montrachet und das benachbarte Chassagne-Montrachet zählen zu den großen Herzkammern des weißen Burgunds. Hier liegen einige der berühmtesten Chardonnay-Lagen der Welt, darunter der legendäre Le Montrachet und vier weitere weiße Grand Crus. Natürlich spielt ein Village-Wein nicht in derselben Liga wie diese großen Gewächse, doch David Morets Puligny-Montrachet 2024 muss sich keineswegs verstecken. In dieser Cuvée kommen verschiedene Parzellen zusammen und ergeben einen Chardonnay, der eindrucksvoll zeigt, was Puligny ausmacht.
Schon in der Nase ist der Wein unverkennbar: Zarte Gelbfrucht trifft auf feine Zitrusnoten, einen Hauch Minze und dezente Holzwürze. Dazu gesellen sich Anklänge von Zeder, Rauch und Nelke, mediterrane Kräuter und eine salzige Meeresbrise.
Am Gaumen entfaltet sich ein faszinierendes Wechselspiel aus Schmelz und Frische, reifer gelber Frucht und kühler, fast elektrisierender Mineralität. Confit-Zitrone, Zitronengras und feine Hefenoten begleiten den langen, salzigen Nachhall.
David Moret arbeitet konsequent mit Schwerkraft statt mit Pumpen. Der Wein gelangt direkt ins Fass und reift dort rund ein Jahr bei etwa 20 % Neuholzanteil. Vor der Abfüllung im Winter wird er schonend umgezogen. Das Holz ist wunderbar eingebunden und verleiht dem Wein Würze und Tiefe, ohne seine Herkunft zu überdecken.
Genau diese mühelose Balance aus Kraft und Finesse macht Puligny-Montrachet so besonders. Ein beeindruckender 2024er, der mit Vielschichtigkeit, Präzision und Eleganz schon jetzt begeistert und großes Potenzial für die kommenden Jahre mitbringt.
Sebastian Fehlinger vom vinocentral-Team, Oktober 2026
Artikelbild jahrgangsunanhängig – geliefert wird Puligny-Montrachet 2024