Doch damit nicht genug. Vor ein paar Jahren begann die unkonventionelle Winzerin ihren Wein in großen Tonamphoren auszubauen. Diese lies sie eigens in Spanien für sich fertigen, da der heimische Ton aus dem Nachbartal von Natur aus stark aluminiumhaltig ist und dadurch für die Lagerung von Lebensmitteln ungeeignet.
Mittlerweile reift ein Drittel ihres Weins in 400-Liter-fassenden Amphoren. Er gärt auf der Maische allein mit Hilfe der natürlich vorkommenden Hefen. Der Ausschluss von direktem Luftkontakt schützt ihn vor schneller Oxidation, gleichzeitig lässt das Tongefäß zu, dass er ausreichend atmen kann. Der Wein muss nicht filtriert werden, die Schwebeteilchen setzen sich ganz von selbst auf dem Boden der Amphore ab.
Besonders dem Teroldego tut dies gut, findet die Winzerin, da das Terroir dadurch noch deutlicher akzentuiert werde. Der Wein ist eindrücklicher, erdiger – ohne die typischen Teroldego-Aromen zu in den Hintergrund zu drängen. Mit diesem Ausbauverfahren scheint Elisabetta Foradori ihrem Lebensziel vom „idealen Rotwein“ so nah wie nur irgend möglich gekommen zu sein – genau der richtige Zeitpunkt also, um das Feld der nachfolgenden Generation zu überlassen.
Alle Bilder, soweit nicht anders angegeben: Foradori